Merkel-Förderung - was ist das?

 

Gibt es eine neue Förderung der Altersversorgung?

Eine neue Förderung der Altersversorgung ist es nicht. Trotzdem helfen Ihnen die Steuererleichterungen, die wir unter dem Namen Merkel-Förderung zusammengefasst haben, Ihre Altersversorgung zu finanzieren. Während die bekanntere Riester-Zulage und die Rürup-Rente nur für spezielle Durchführungswege zur Verfügung stehen, verschafft Ihnen die Merkel-Förderung unabhängig vom gewählten Weg einen zusätzlichen Steuervorteil, den Sie gezielt für die Altersversorgung einsetzen sollten.

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Eigentlich besteht die Merkel-Förderung aus vier Komponenten, da das Konjunktur-Paket 2008/2009 schon „verjährt“ ist, beziehen wir es nicht mit in unsere Berechnungen ein, auch wenn Ihnen das eine gute Steuerentlastung gebracht hat.

Alterseinkünftegesetz

Das Alterseinkünftegesetz stammt zwar schon aus dem Jahr 2005, aber es bringt Ihnen jedes Jahr zusätzliche steuerliche Entlastungen. Bis 2025 können Sie jedes Jahr zusätzliche 2% Ihrer Aufwendungen für Altersversorgung von den Steuern absetzen. Ab 2025 sind dann Ihre Aufwendungen in voller Höhe absetzbar. Wir erfassen in unserer Berechnung nur die Entlastungen aus dem zusätzlichen Anstieg der Steuerentlastung.

Konjunkturpaket II

Durch das Konjunkturpaket II sind eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen worden. Für unsere Berechnungen sind die Entlastungen bei der Einkommensteuer relevant. Der Eingangssteuersatz ist von 15% auf 14% abgesenkt worden. Das wirkt sich natürlich nicht nur für Geringverdiener sondern für alle Steuerpflichtigen aus. Außerdem ist das steuerfreie Einkommen in zwei Schritten um 340 € (680 € für Ehepaare) abgesenkt worden.

Bürgerentlastungsgesetz

Durch das Bürgerentlastungsgesetz können Beiträge zur Krankenversicherung in dem Umfang steuerlich geltend gemacht  werden, wie es zur Basisabsicherung notwendig ist. Damit sind zwar nicht alle Aufwendungen absetzbar, der Rahmen ist aber wesentlich ausgedehnt worden.

Zur Basisabsicherung gehört nicht der Beitrag für die Lohnfortzahlung, denn das dient laut Gesetzesbegründung der Absicherung des Vermögens und dient nicht der Gesundheitsvorsorge.

Außerdem gehört bei Privatversicherten natürlich der Zuschlag für die Chefarztbehandlung, das Zweibett- oder Einzelzimmer und ein Krankenhaustagegeld auch nicht zur Basisabsicherung.

Trotzdem addiert sich die zusätzliche Entlastung aus dem Bürgerentlastungsgesetz zu einigen tausend – und mehr –  Euro.

Was bringt wie viel?

Der Effekt dieser drei Gesetze hängt von vielen Faktoren ab, von denen unser Schätzer nur die wesentlichen erfasst. Deswegen ist es nötig, sich ausführlich beraten zu lassen und die Altersversorgung sorgfältig zu planen.

Einige Beispiele.
Ein 35-jähriger Single mit einem Durchschnittseinkommen kann bis Rentenbeginn eine Steuerentlastung von mehr als 33.000 € erwarten.

Ein Ehepaar mit zwei Kindern und Einkünften von 32.000 € + 18.000 € kommt auf eine Steuerentlastung von ca. 40.000 .

Das für besser verdienende Steuerpflichtige manchmal auch noch deutlich mehr drin ist und für Doppelverdiener-Ehepaare schon einmal mehr als 200.000 € Entlastung möglich ist, soll auch nicht verschwiegen werden.

Fazit

Die steuerliche Entlastung durch die drei Gesetze, die wir unter dem Stichwort „Merkel-Förderung“ zusammengefasst haben, erleichtern den Aufbau einer Altersversorgung ganz erheblich. Die Behauptung: „Ich habe kein Geld für meine Rente über.“ zieht nicht mehr. Trotzdem sollte man bei aller Freude über die Steuerentlastung nicht auf eine sorgfältige Planung der Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung mit allen Bausteinen verzichten.

Dipl.-Volkswirt Hans-Dieter Stubben

Hamburg. 18.12.05

Diese Ausführungen wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt und stellen die Einschätzung der Bundes-Versorgungs-Werk BVW GmbH da. Aktuelle Erlasse, Gesetzte sowie die einschlägige Rechtsprechung können jedoch dazu führen, dass Änderungen eintreten. Aus diesem Grunde kann für die Richtigkeit keine Haftung übernommen werden. Es wird empfohlen im Zweifelsfall einschlägige Spezialisten zu Rate zu ziehen.

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