Die Fünftelregelung bei Kapitalzahlungen

Erhält ein Arbeitnehmer Leistungen aus einer betrieblichen Altersversorgung als Einmalzahlung, so steigt damit eine Steuerbelastung überproportional an. Um die Auswirkungen der Steuerprogression zu vermindern, hilft die Fünftelregelung nach § 34 EStG (Außerordentliche Einkünfte).

Bei einer Pensionszusage oder bei Leistungen aus einer Unterstützungskasse sind neben laufenden Rentenzahlungen auch einmalige Kapitalleistungen für die betriebliche Altersversorgung möglich. Dabei kann die Kapitalleistung von Anfang an zugesagt gewesen sein, oder eine Zusage auf eine laufende Altersrente wird durch einen Einmalbeitrag abgefunden. Anders als der Direktversicherung und den anderen nach § 3 Nr. 63 EStG geförderten Formen der betrieblichen Altersversorgung handelt es sich bei den Leistungen aus einer Pensionszusage oder einer Unterstützungskasse um Einkünfte für ehemals geleistete Dienste nach § 19 EStG (Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit).

Praktische Abwicklung der Fünftelregelung

Bezüglich der praktischen Abwicklung der Fünftelregelung gibt es immer noch eine Reihe von Missverständnissen. So wird oft geglaubt, dass in den ersten fünf Jahren nach der Auszahlung jeweils 1/5 des Betrages zu versteuern ist. Die Regelung sieht hingegen vor, dass im Jahr der Abfindung 1/5 des Abfindungsbetrages genommen wird, um daraus die Steuerbelastung für die gesamte Abfindung zu bestimmen die dann auch in diesem Jahr in einen Betrag zu zahlen. Wir möchten in dieses im Folgenden an einem kleinen Beispiel aufzeigen.

Wir gehen dabei von folgender Situation aus:

Ein ehemaliger Gesellschafter-Geschäftsführer hat das 65 Lebensjahr erreicht und möchte statt einer laufenden Rente von 1.000 € im Monat einen Einmalbetrag in Höhe des Barwertes der Altersrente von 143.673 € vereinnahmen. Der Gesellschafter-Geschäftsführer ist verheiratet mit seiner Ehefrau gemeinsam zur Steuer veranlagt. In seiner Pensionszusage ist vereinbart, dass die Abfindung erst am 1.1. des Jahres nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben gezahlt wird. Er hat in diesem Jahr noch sonstige steuerpflichtige Einkünfte von 40.000 €.

Steuer für die sonstigen Bezüge von 40.000 €

6.013,50 €

Der Abfindungsbetrag wird durch 5 geteilt

28.735,00 €

Zu versteuerndes Einkommen

68.735,00 €

Darauf zu entrichtende Steuer

15.293,28 €

Steuerbelastung für das Fünftel des Abfindungswertes

9.278,78 €

Multipliziert man diesen Wert mit 5, ergibt sich die Steuer auf den Abfindungswert

 

Die Steuer auf die Abfindung beträgt 

46.398,90 €

Damit ergibt sich eine Steuerquote von 

32,30%

 

 

Der gesamte Steuerbetrag von 46.198,90 € ist sofort zu zahlen, so dass eine

Nettokapitalabfingung in folgender Höhe verbleibt

97.274,10 €

 

 

Ohne die Fünftelregelung würde folgendes gelten:

 

zu versteuerndes Einkommen

183.673,00 €

Steuerbelastung in dem Jahr

64.686,27 €

Anteil der Kapitalabfindung

58.672,77 €

Steuerminderung durch die Fünftelregelung

12.273,87 €

Man kann die Steuer durch die Fünftel-Regelung nicht völlig reduzieren, sondern wie hier um ca. 20% senken.

Sie können diese Informationen hier als PDF-Datei von unserer Homepage herunter laden und an Ihre Kunden weitergeben.

Weitergehende Informationen zum Thema "Abfindung" finden Sie auf dieser Internetseite.



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