Finanzverwaltung streicht Rückstellungen

Auflösung von Rückstellungen möglich

Das Wort der Woche lautet „Einkommensteueränderungs-Richtlinie“ (EStÄR)  Darin findet sich eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht. Beide betreffen die betriebliche Altersversorgung.

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Die gute Nachricht

In Zukunft ist es leichter möglich, eine Pensionszusage und eine Unterstützungskasse für eine Person parallel nebeneinander einzurichten. Wichtigste Voraussetzung: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Zusagen und nicht um die Doppelfinanzierung einer Zusage. Wird in den Zusagen eindeutig erklärt, dass es sich um zwei Zusagen handelt, die nebeneinander bestehen sollen, dann kann die Firma für die direkte Zusage Rückstellungen bilden. Das war nach den bisher geltenden steuerlichen Regelungen nicht möglich, wenn beide Durchführungswege nebeneinander bestanden habe

Die schlechte Nachricht

In Anlehnung an die Anhebung des Pensionsalters in der gesetzlichen Rentenversicherung hat der Gesetzgeber beschlossen, das Alter zu dem Pensionsrückstellungen für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer zu berechnen sind, anzuheben. Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch weiterhin ein niedrigeres Pensionsalter möglich ist und deshalb gibt es keinen Zwang, das Pensionsalter auf jeden Fall anzuheben.

Diese Steueränderung gilt ab sofort und damit auch für den Stichtag 31.12.2008.

Konkret sieht die EStÄR vor, dass es für alle Jahrgänge 1952 und älter (also Jahrgänge vor 1953) bei dem Rechnungsalter von 65 Jahren bleibt. Die 56-jährigen und älteren GGf genießen also einen „Bestandsschutz“. Für GGf aus den Jahrgängen 1953 bis 1961 sind die Rückstellungen auf das Alters 66 zu berechnen und wer nach 1961 geboren wurde, für den gilt das Berechnungsalter 67.

Die Auswirkungen

Insgesamt sind die Auswirkungen zum Pensionsalter hin gar nicht so dramatisch. Denn für eine Zusage mit 60% Hinterbliebenenrente liegt der Altersrentenbarwert zum 67. Lebensjahr gegenüber dem 65.Lebensjahr nur ungefähr 3,3% niedriger. Der Wert zum 66. Lebensjahr liegt um etwa 1,9% unter dem Wert zum 65. Lebensjahr.

Aber: Die Rückstellungsbildung verteilt sich gerade für jüngere GGf auf einen zwei Jahre längeren Zeitraum und deswegen kommt es zwischenzeitlich doch zu größeren Abweichungen, die an den letzten Stichtagen vor dem alten Pensionsalter um ca. 15% unter dem Wert liegen, der ansonsten zu dem Stichtag erreichbar gewesen wäre.

Die Zahlen

Für die Jahrgänge 1953 bis 1961 kommt es zum Bilanzstichtag 31.12.2008 praktisch zu einer unveränderten Rückstellung. Die Rückstellung, die zum letzten Bilanzstichtag 31.12.2007 erreicht war, bleibt praktisch konstant. An einem typischen Beispiel haben wir eine Erhöhung von etwa 1‰ ausgerechnet. In den Folgejahren ändert sich dann die jährliche Zuführung zur Rückstellung auch nur ganz unwesentlich und der größte Teil der dieses Jahr nicht gebildeten Rückstellung wird dann von dem 65. zum 66. Lebensjahr aufgeholt.

Bei den jüngeren GGf sind die Auswirkungen gravierender. Ein GGf Jahrgang 1962 muss dieses Jahr seine Rückstellungen tatsächlich um 2,5% abschmelzen. Gegenüber der Rückstellung, die nach alter Regelung möglich gewesen wäre, beträgt der Rückgang 12%. Wer diese Rückstellung eingeplant hatte, erlebt nun natürlich eine unangenehme Überraschung.

Handlungsbedarf

Die betroffenen GGf sollten kurzfristig überlegen, ob sie das Pensionsalter in der Zusage auch auf das Berechnungsalter für die Rückstellungen anheben wollen. Wichtiger ist jedoch: Denken Sie darüber nach, ob sie die Kürzungen, die sich aus der EStÄR ergeben nicht durch eine wertgleiche Anhebung der Versorgungsleistungen ausgleichen wollen. Das kann bspw. durch eine Erhöhung der Rente oder die Einführung einer Dynamik geschehen.

Die BVW GmbH bietet zum Festpreis von 400,00 EUR zzgl. USt (also 476,00 EUR) die Berechnung der wertgleichen Anhebung der bestehenden Zusage bei einer entsprechenden Erhöhung des Endalters.

Hier finden Sie die Informationen zu den Datenmasken.

Die gesamte Richtlinie finden Sie hier. Die Regeln über die Pensionszusage gibt es in der Randziffer 25. Das ist die Seite 14, wobei Ihnen Ihr PDF-Reader, wegen des Deckblattes un des Inhaltsverzeichnisses, die Seite 18 anzeigen wird.

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