Aktuelle Gründe für eine PZ-Prüfung

Vertragliche Überprüfung und Prüfung der Rückdeckung nötig

Gesellschafter-Geschäftsführer und Steuerberater leben oft in dem Glauben, dass eine Pensionszusage solange in Ordnung ist, wie regelmäßig versicherungstechnische Berechnungen der Rückstellungen und der Aktivwerte erfolgen. Das ist ein Irrglaube! Es gibt in praktisch allen Pensionszusage vertragliche Probleme, die zu einer Auflösung der Rückstellungen füh­ren können und sehr häufig reicht das abgeschlossene Rückdeckungsmodell nicht aus, um die Versorgung zu bezahlen. Außerdem sorgen der Gesetzgeber, die Rechtsprechung und die Finanzverwaltung durch Veränderungen für immer wieder neue Anlässe, Pensionszusagen zu überprüfen. Aktuell ist das die Heraufsetzung des Berechnungsalters für Pensionsrückstellungen, durch die Rückstellungen in der Steuerbilanz aktuell um bis zu 15% reduziert werden. Daneben wirft das BilMoG seine Schatten voraus, durch das die Rückstellungen in der Handelsbilanz (aber nicht in der Steuerbilanz) um bis zu 50% ansteigen können.

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Pensionszusagen erstrecken sich über einen langen Zeitraum – inkl. der Rentenzahlungsphase können das mehr als 50 Jahre sein – und müssen deshalb immer wieder überprüft werden. Gerade bei diesem Thema ändern sich die Vorgaben des Gesetzgebers regelmäßig. Was gestern galt, muss heute nicht mehr richtig sein. Auch Rückdeckungsmodelle können noch so sorgfältig kalkuliert worden sein, sie können nicht für die Ewigkeit gelten.

Aktuelle Veränderungen

Ende letzten Jahres wurde per Verwaltungsvorschrift das Berechnungsalter für die Pensionsrückstellungen in der Steuerbilanz auf 66 bzw. 67 Jahre angehoben. Dadurch sinkt der Teilwert teilweise um bis zu 15% ab. Das hat zur Folge, dass für das Jahr 2008 keine Zuführung zur Rückstellung und in 2009 nur eine teilweise Zuführung möglich ist. Das ist eine eindeutige Verschlechterung der Situation. Abhilfe gibt es nur für die Zusagen, bei denen noch in 2008 eine „gleichwertige“ Erhöhung der Leistungen vorgenommen wurde. Wichtig ist, dass dem Gutachter diese Veränderung vor Berechnung der Pensionsrückstellungen zugeleitet wird, damit er ein korrektes Gutachten mit den neuen Zusagewerten berechnen kann.

Ab 2010 ist mit der Einführung des BilMoG. Auf die Auswirkungen dieser geplanten Gesetzesänderung gehen wir am Ende ausführlich ein.

Erfahrungsschatz des Bundes-Versorgungs-Werkes

Die Bundes-Versorgungs-Werk BVW GmbH hat in den letzten 10 Jahren über 600 Zusagen überprüft und davon war eine vertraglich 100%-ig in Ordnung und zwei waren wirklich ausreichend rückgedeckt. Die BVW GmbH hat mehrmals mit der Zeitschrift „impulse“ Aktionen zur Überprüfung von Pensionszusagen durchgeführt und damit diese wichtige Prüfung im Markt bekannt gemacht.

Vertragliche Probleme

Natürlich gibt es auch bei Pensionszusagen handwerkliche Fehler. Die Pensionszusage war von Beginn an nicht so formu­liert, wie es nach den Wünschen des Kunden und den (steuer-)rechtlichen Vorschriften nötig gewesen wäre. Ein ebenso großer Teil der Fehler entstand aber auch durch eine veränderte Rechtsauffassung der Finanzbehörden und der Rechtspre­chung der höchsten Bundesgerichte insbesondere des Bundes-Finanzhofes (BFH). Das bedeutet, dass Zusagen, die urs­prünglich einmal „richtig“ waren und denen dieses auch in einer Betriebsprüfung bestätigt wurde, bei der nächsten Prüfung „falsch“ sein können. Daraus können sich für das Unternehmen erhebliche Steuernachzahlungen ergeben. So gab es jahre­lang eine gefestigte Rechtsprechung zur Handhabung von Kapitalabfindungen, die dann irgendwann aufgegeben wurde. Das Ergebnis: Wurde die Formulierung für die Kapitalabfindung nicht geändert, waren Rückstellungen gewinnerhöhend aufzulösen. Deshalb ist es wichtig Pensionszusagen alle drei bis fünf Jahre neu zu prüfen.

Auch wenn die Fehler nicht so schwer sind, dass sich Steuernachzahlungen ergeben, können andere Vertragsfehler dazu führen, dass die Auszahlung der Leistungen gefährdet wird. Denn als Rentner ist man darauf angewiesen, dass sich Nach­folger und Erben auch an das halten, was ursprünglich einmal gewollt war. Wenn sich aber herausstellt, dass das vertraglich vereinbarte nicht mit dem „Gewollten“ übereinstimmt, kann es auch mit den eigenen Erben – und noch viel mehr mit Frem­den – Stress geben. Auch dagegen hilft eine Überprüfung.

Unterdeckungen im Rückdeckungsmodell

Die Unterdeckungen in der Rückdeckungsversicherung ergeben sich aus einer zunehmenden Lebenserwartung und aus sinkenden Erträgen der Versicherung. Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten pro Jahr um etwa 1,4 Monate gestiegen. In einer Anwartschaftszeit von 25 Jahren zwischen Zusagedatum und Rentenbeginn ist das ein zusätzlicher Kapitalbedarf von fast drei Jahresrenten. Das ist einerseits erfreulich, weil man länger eine Rente erhält, hat bei einer Monatsrente von 2.000 EUR auch einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 70.000 EUR zur Folge. Auch wenn das Rückdeckungsmodell ursprünglich einmal richtig kalkuliert war, muss das heute nicht mehr richtig sein. Allerdings wurden die Rückdeckungsmodelle ursprünglich oft nach steuerlichen Vorgaben kalkuliert. Bei diesem Ansatz fehlten von Anfang an ca. 30% des Kapitals, um die Renten wirklich extern über eine Rentenversicherung zu finanzieren. Hinzu kommt, dass die Durchschnittsverzinsung der Rückdeckungsversicherungen von ca. 6% auf etwa 4,5% gesunken ist. Damit benötigt man weitere ca. 15% mehr Geld zur Zahlung der Renten. Da außerdem die Lebenserwartung der Menschen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen ist, fehlen noch einmal 10% - 15% des notwendigen Kapitals für die Alters­versorgung.

Will man die Altersversorgung wirklich über Versicherungen und andere Mittel finanzieren, so sind die bestehenden Zusa­getexte und Rückdeckungsmodelle nicht optimal. Mit kleinen vertraglichen Umstellungen – ohne das System der rückgedeckten Pensionszusage zu verlassen – können relativ einfach mehrere 10.000 EUR Aufwand nach Steuern gespart werden. Damit können wir erheblich zur Kostenentlastung bei der Altersversor­gung beitragen.

Auswirkungen des BilMoG

Zu guter letzt greift das BilMoG (Bilanzrichtlinienmodernisierungsgesetz) erheblich in die Bewertung der Zusagen ein. Wenn man nicht aufpasst, können die Rückstellungen in der Handelsbilanz in den nächsten Jahren um mehr als 50% angehoben werden müssen. Diese Anhebung ist so stark, dass sie ausdrücklich für die Steuerbilanz nicht nachvollzogen wird. Es geht dabei insgesamt um mehrere 100 Mrd.EUR. Allerdings dürfen Unternehmen diese Erhöhungen auch auf die nächsten 15 Jahre verteilen.

Die Erhöhungen der Rückstellungen führen zu schlechteren Bilanzkennzahlen, zu schlechteren Ratings und zu höheren Kreditzinsen. Die Unternehmen können die Mehrbelastung aber nicht steuerlich geltend machen. Das ist extrem ungerecht aber wohl nicht mehr zu verhindern. Wollen Firmen sich vor diesen Auswirkungen schützen, müssen sie rechtzeitig ihre Pensionszusage anpassen, um so das Schlimmste zu verhindern. Aber auch hier steht die Bundes-Versorgungs-Werk BVW GmbH zur Verfügung, um Sie zu beraten, wie Sie Ihre Altersversorgung so umstellen, dass diese weiter über das Unternehmen steuerbegünstigt aufgebaut werden kann und Ihnen einen möglichst hohen Nutzen bringt.

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